WERKBUND SCHWEIZ

Der Werkbund versteht sich als Ort der interdisziplinären Debatten über gestalterische Fragen und deren Umsetzung.
Als kulturell orientierte Vereinigung vertritt er im Gegensatz zu den gestalterischen Berufsorganisationen keine Standesinteressen.

 

 

2018

LITERARISCHER SPAZIERGANG, FR 10.8.2018 IN DER NÄHE VON GAIS MIT LESESTOFF ZUM THEMA FEHLER / ERREUR.

LITERARISCHER SPAZIERGANG RIETLI GAIS.pd
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TISCHGESPRÄCH OST, MI 20.06.2018, 19.00 UHR IM KAFFEEHAUS MIT VIER HANDWERKERN / HANDWERKERINNEN DES WERKRAUMS IN ANDELSBUCH (BREGENZERWALD).

OST Werkraum.pdf
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AD HOC, MI 30.5.2818, 18.15–19.30 UHR

WAS BEI LUFTBILDERN SCHIEFGEHEN KANN.

MIT URSULA GEBENDINGER

im Art Café süperb, Oberer Graben 42, St.Gallen

Ad hoc Luftbilder.pdf
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HAUPTVERSAMMLUNG SWB OSTSCHWEIZ

SA 28. APRIL AB 15.00 UHR

beim Trägerverein Integrationsprojekte St.Gallen TISGRosenbergstrasse 38, St.Gallen

SWB HV 2018.pdf
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KINOABEND «RISING SUN»

MI 14. MÄRZ, 19.30 UHR IN DER B-POST-BAR,

16 Interessierte kamen an den ersten SWB-Kinoabend nach St.Georgen in die B-POST-Bar und genossen bei einem Glas Wein und kleinen Leckereien den Film «Rising Sun», der anschliessend guten Gesprächstoff gab zum Jahresthema «FEHLER/ERREUR». Ein Filmabend sei – so fanden viele – eine anregende Möglichkeit für den Einstieg in ein Thema.

Kinoabend Rising Sun.pdf
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SWB ZOOM: MI 29.11.2017, 18.15 UHR

Besuch beim Triest Verlag in St. Gallen, Vadianstrasse 33

Kerstin Forster, Lektorin und Projektleiterin,und Andrea Wiegelmann, Architektin und Publizistin, gründeten im Mai 2015 den Triest Verlag für Architektur, Design und Typografie.

 

An diesem Abend liessen uns die beiden Frauen teilhaben an ihrer Leidenschaft: dem Buch, dessen Mehrwert heute der des gebündelten Wissens sei. Den Auftakt ihres Sortimentes machte Markus Kutters «Schiff nach Europa», ein Buch, das es seit 1980 nur noch antiquarisch gab. Die Neuauflage gab's neben der «normalen» Form als limitierte Sonderedition (100 Ex.) in einem Schuber.

 

Wir genossen es, in den schönen Räumen in den Büchern zu blättern und von den verschiedenen Projekten und ihrem Werdegang zu hören.

ZOOM Triest Verlag.pdf
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2017

SWB REIST: SA/SO, 4./5. NOVEMBER 2017

Reise in den Bregenzerwald

Im Rahmen des Jahresthema «fremd/inconnu» sind wir, 25 Personen an der Zahl, über die Grenze in den Bregenzerwald gegangen und besuchten verschiedene und uns zum Teil ganz fremde, unbekannte Orte. – Nachfolgend ein paar rückblickende Gedanken zu den beiden Tagen:

 

Der Samstag war ganz der Architektur gewidmet: Im WERKRAUM Andelsbuch führte uns Robert Fabach, Architekturpublizist und Architekt, mit einem äusserst interessanten Referat in die Gedankenwelt des Holzbaus ein. Anschliessend konnten wir, dank umsichtigem Einfädeln, die Polsterwerkstatt Mohr besuchen. Die Produkte stellt Mohr in einem dafür errichteten schönen Holz-Betonbau aus. Voller Leidenschaft erzählte er uns vom Werdegang seines Geschäftes. Und die einen und anderen liessen es sich nicht nehmen, ein Erinnerungsstück aus Filz mitzunehmen.

 

In Bezau schauten wir uns vor allem die von Innauer Matt entworfene Gärtnerei an und fuhren anschliessend nach Schwarzenberg. Dort führte uns eine engagierte Kuratorin durch das – eigentlich geschlossene, jedoch extra für den SWB geöffnete – Angelika-Kauffmann-Museum. Auf einem anschliessenden Spaziergang ins Dorf erfuhren wir noch mehr über die Häuser und die Menschen von Schwarzenberg. – 

Ein hervorragendes Essen in der «Krone» in Hittisau rundete den Tag ab.

 

Der Sonntag war schliesslich, auch wenn das Wetter nicht ganz mitmachte (es regnete zum Teil heftig), zutiefst beeindruckend. In der Juppenwerkstatt in Riefensberg liess uns Mag. Maria Rose Steurer-Lang mit ihrer spannenden Führung eintauchen in ein uraltes Handwerk, das von den Bregenzerwäldlerinnen sorgsam gehütet und gepflegt wird.

 

Nach üppigen Käsespätzle-Tellern im «Bartle» in Riefensberg ging die Fahrt nach Krumbach. Dort wollten wir uns eigentlich die «Bus-Stops» anschauen, doch der Regen machte uns da einen Strich durch die Rechnung. Aber nicht ganz: Der Gemeindeschreiber der Gemeinde Krumbach liess es sich nicht nehmen, uns die «Bus-Stops» in verschiedenen Videos zu zeigen, nämlich als Gegenstand eines Tanzprojektes. So bekamen wir nicht nur die künstlerisch gestalteten Busstationen zu sehen, sondern auch das neu errichtete Mehrzweckgebäude der Gemeinde, in das die Bibliothek wie auch ein Übungsraum für den Musikverein Krumbach integriert ist.

 

Und als Schmankerl führte uns der Gemeindeschreiber schliesslich noch an einen Ort, den wir ohne ihn sicherlich nicht gefunden hätten: die neue Lourdeskapelle Salgenreute, minimalistisch gestaltet von Architekt Bernardo Bader. Und mit diesem letzten Einblick in das handwerkliche und architektonische Können der Bregenzerwälder ging die Reise zu Ende.

 

Wir danken allen, die es möglich gemacht haben, dem Bregenzerwald «ennet der Grenze» etwas näher zu kommen – insbesondere den Vorstandsmitgliedern Joshua Loher und Mario Branzanti für die gute Organisation.

Reise Bregenzerwald.pdf
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CARTE BLANCHE, 18. SEPT. 2017, 17.30 UHR

WIEDERGEBURT EINES CEMBALOS

Werkstattbesuch bei Markus Krebs

Alpenstrasse 11 in Schaffhausen

SWB-Mitglied Werner Keller schlug den Werkstattbesuch bei Markus Krebs, einem besonderen Instrumentenbauer in Schaffhausen vor, mit dem sein Sohn, Johannes Keller, zusammenarbeitet, und zwar im Zusammenhang mit dem Nachbau eines Cembalos aus dem 16. Jahrhundert mit 31-Tonstufen pro Oktave (heute 12). – Dieses Instrument wurde uns an diesem 1. Carte Blanche-Abend präsentiert.

 

Wir waren tief beindruckt von der Komplexität und der handwerklichen Präzision. Mit diesem Instrument können nun historische Kompositionen neu entdeckt und (wieder) gespielt werden. Das Instrument eröffnet aber auch völlig neue Perspektiven für die zeitgenössische Musik.

 

Für alle Teilnehmenden, gleichgültig, ob musikalisch oder nicht, war dies ein eindrückliches Erlebnis und ein lohnenswerter Einblick. Es war ein Abend, der uns einmal mehr zeigte, was dabei herauskommt, wenn Leidenschaft, Neugier, handwerkliche Meisterschaft und Qualitätsbewusstsein aufeinander treffen. Ein Abend ganz in SWB-Manier – und ganz im Sinn des Jahresthemas «fremd/inconnu».

 

Berührt von den besonderen Klängen des wieder auferstandenen Cembalos fuhren wir nach Hause.

Cembalowerkstatt.pdf
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ZOOM: DONNERSTAG 29. JUNI 2017

BESUCH BEI DER KEIMFARBEN AG IN DIEPOLDSAU

 

An diesem ZOOM stellte Thomas Klug, SWB-Mitglied und Geschäftsführer der Keimfarben AG Schweiz, 16 Interessierten sein Unternehmen vor. In einem kleinen Vortrag erzählte er von den Keim'schen Mineralfarben im Wandel der Zeit, erläuterte anhand verschiedener eindrücklicher Bildbeispiele, was es mit diesen Farben auf sich hat, was ihre Lebendigkeit und lange Haltbarkeit ausmacht und worin ihre Überlegenheit gegenüber anderen Farben liegt.

Nach dem Rundgang durchs Werk, entlang vieler randvoll gefüllter Regale mit den typisch roten Keimfarbkübeln, erklärte ein Mitarbeiter, wie die jeweils gewünschten Farben angemischt werden. Wir staunten nicht schlecht, als wir sahen, dass wirklich alles Handarbeit ist!

Und dann ging's im Kurzworkshop ans Ausprobieren, wie sich mit diesen Silikatfarben arbeiten lässt. Bemalt werden konnten kleine oder grosse Tontöpfe.

Den Einblick ins Unternehmen rundeten wir bei einem köstlichen Apéro Riche ab – gesponsert von der Keimfarben AG.

 

 

ZOOM KEIM-Farben.pdf
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17. Mai 2017 – SWB empfiehlt …: ARP GEHR MATISSE – «Tour du patron» durch Ausstellung im Kunstmuseum St.Gallen (11.3.–27.8.2017)

Einmal mehr hat sich die «Tour du patron" gelohnt, da Kurator Wäspe spannend erzählen kann. An diesem Mittwochabend erzählte er einer kleinen Gruppe Interessierter (davon drei SWBlerinnen), was ihn zur Ausstellung und ihrer Zusammenstellen, ihren Bezügen von Gehr zu Arp und Matisse bewogen hat. Erzählte vom grossen Raumgefühl, das viele von Gehrs Bildern auslösen und von Gehrs «Spur durch die Landschaft», der er gefolgt sei.

 

«Die Natur ist das Anschaulichste, das es gibt», so Wäspe, «im Gegensatz zum Religiösen, dem Unanschaulichen. Die klassische Moderne zeichnet sich u.a. durch das Abstrahieren gerade dieses Anschaulichen aus. In Gehrs Bildern verbinden sich – auf abstrakte Weise – das Anschauliche und das Unanschauliche.»

 

Wer gerne die Orte besuchen möchte, an denen ein Bild von Ferdinand Gehr zu sehen ist, kann dies über google maps tun: Dort werden, so Wäspe, «Ferdinand-Gehr-Orte» angezeigt.

 

Bereits beim Einstieg in die Führung geschah übrigens dies, was oft symptomatisch ist für Anlässe des SWB: Man bekommt Dinge zu sehen, die man sonst nicht zu sehen bekommt oder kommt an Orte, die sonst nicht zugänglich sind: Exklusiv für uns wurde die Neuheit, die das Museum erstanden hat, gezeigt. Es ist auch Gehrs letztes Landschaftsbild.

 

Link zur Ausstellung im Kunstmuseum St.Gallen:

www.kunstmuseumsg.ch

13. Mai 2017 – WERKBUNDTAG in der Viscosistadt in Emmenbrücke. Der Anerkennungspreis 2016 geht an den Vorstand der Ortsgruppe Ostschweiz.

Mit dem SWB kommt man immer wieder auch an Orte, die man meist nicht einfach so von sich aus besucht. Die Viscosistadt in Emmenbrücke ist so ein Ort. Am Werkbundtag gab es neben einer guten HV und spannenden (und auch weniger spannenden) Referaten Einblick in die «kunstplattform akku» und die Räumlichkeiten der Hochschule Luzern – Design & Kunst sowie eine eindrückliche Führung durchs Areal.

 

Zum Abschluss des Werkbundtages wurde in einem kleinen festlichen Akt der Anerkennungspreis 2016 im Wert von CHF 1000.– übergeben. Er ging an den Vorstand der Ortsgruppe Ostschweiz. Dies für sein Wirken in den letzten Jahren, vor allem jedoch für das Tun 2016 im Rahmen des Jahresthemas «SPUREN» und der Mitgliederwerbung (Briefe etc.). Symbolisch wurde uns vor Ort ein Säcklein gefüllt mit Schoggi-Füüflibern und kleinerem Schoggi-Münz übergeben. Im Namen des Vorstandes dankte die Präsidentin dem ZV dafür, dass er die Arbeit der Ortsgruppe Ostschweiz sieht und wertschätzt.

 

Diverse Links fürs Schmökern:

werkbund.ch
www.viscosistadt.ch
www.hslu.ch

07.04.2017, FREITAG AB 16.30 Uhr

HAUPTVERSAMMLUNG

Ein wesentlicher Termin in der SWB-Jahresagenda ist die HAUPTVERSAMMLUNG. Letztes Jahr an der HV machte uns SWB-Mitglied Heinz Baumann das Angebot, dass wir die HV 2017 in den Räumlichkeiten der «möbelmanufaktur» in Heerbrugg durchführen können. Dafür nochmals ein herzliches Dankeschön. Dies passt zu unserem 2017er-Fokus «RHEINTAL» im Rahmen des SWB-Jahresthema für 2017: «fremd/inconnu» bzw. «étrange/unbekannt».

Mit 28 Personen (davon 3 Gäste) war die HV letztlich sehr gut besucht. Heinz führte durch die Werkstatt und gab einen umfassenden Einblick in sein Tun, seine Gedanken, seine Vision. Er ist lebendiges Beispiel dafür, was SWB bedeutet: Leidenschaft, Begeisterung fürs Material, verbunden mit Fachwissen und Neugier auf das, was auch noch möglich ist. – Im Teil «HV» stellten sich drei Vorstandsmitglieder zur Wiederwahl: Josef Knechtle (noch bis HV 2018), Regula Haas (noch bis HV 2019) und Silvia Droz (für eine ganze Amtszeit (3 J.). Aus dem Vorstand ausgetreten ist Urs Fritz nach sechs Jahren; er nimmt sich eine künstlerische Auszeit von drei Monaten und bereist u.a. Island. In den Vorstand gewählt wurde Joshua Loher, Architekt aus Widnau.

20170410 JB_SGHV_2016.pdf
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OST: 21.03.2017, 19.00 Uhr

DUFTSPUREN: Tischgespräch mit René Lanz

Inhaber Air Consulting – Raumbeduftungen

René Lanz führt seit über 20 Jahren das Unternehmen «Air Consulting – Raumbeduftung». Es ist spezialisiert auf das Beduften von Räumen, Messen, Ausstellungen und Events. Das Angebot umfasst Beratung und Duftkompositionen sowie technische Aspekte, Wartung und Service.

Auf dem Flyer der «Airconsulting – Raumbeduftung» GmbH ist folgendes zu lesen: Mit Duft bestimmen, verändern, gestalten und beeinflussen Sie die Wirkung und den Einfluss von Räumen, Messen, Ausstellungen und Events. Mit Duft bekommen Sie mehr Aufmerksamkeit, eine angenehme oder stimulierende Atmosphäre, einen leichteren Zugang zu Interessenten und Besucher …»

 

Am Tischgespräch steigen wir gleich über die drei Behauptungen auf der Einladung ein:

• Jeder macht «Duftmarketing». – Ob bewusst (mit Parfüm, Rasierwasser, Duschgel oder Bodylotion) oder unbewusst (eigener Körperduft): Alle betreiben wir damit unser ureigenstens Duftmarketing.

• Duft wirkt immer. – Wie das Ohr lässt sich auch die Nase nicht «abstellen». Entsprechend wirkt alles, was riecht oder duftet immer auf einen Menschen ein.

• Ohne Duft kein Leben. – Die Nase mit ihrem Geruchssinn ist (neben dem Tastsinn)  ältestes Sinnesorgan. Und ohne den Duft von Pflanzen und Blumen und Gräsern etc., die damit Insekten für die Fortpflanzung anlocken, gäbe es kein Leben. Der Duft spielt auch für die Fortpflanzung bei Tieren und Menschen eine wesentliche Rolle.

 

Im weiteren Verlauf des Tischgesprächs, bei dem wir auch eine «Blindverkostung» via Nase machen,  erhalten wir spannende Einblicke in Lanz' beruflichen Bereich. So zum Beispiel, dass die Japaner in Sachen Duftmarketing Vorreiter sind. Was macht Lanz am liebsten? Mit den 100 Grunddüften und einer Waage herumtüfteln, bis ein Duft dem Anspruch des Kunden/der Kundin entspricht.

 

Buchtipp zum Thema: Das Maiglöckchenphänomen – Alles über das Riechen und wie es unser Leben bestimmt. 

• www.zurleseratte.ch

• www.amazon.de

OST Duftspuren.pdf
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16.03.2017 SWB EMPFIEHLT

OTL AICHER - ANSTRICH ODER ANSPRUCH: HAT DESIGN GESELLSCHAFTLICHE RELEVANZ?

Vortrag von Prof. Dr. Markus Rathgeb in der Medialounge an der Schule für Gestaltung St. Gallen.

 

Vor 25 Jahren hat Otl Aicher unerwartet sein Leben verloren. Mit ihm ging sein unnachahmlicher Charakter und seine unbestrittenen Pionierleistungen in die Geschichte der visuellen Gestaltung ein. – Otl Aicher hinterliess aber nicht nur eine bleibende Lücke sondern auch bleibende Fragen. Intelligente Fragen galten als eine der wirkungsvollsten Methoden Aichers, um ein Designproblem zu präzisieren und Wege für angemessene Lösungen aufzuzeigen. – Die Pionierleistungen Aichers in der Entwicklung visueller Systeme und einer universellen Entwurfsmethodik (Design ist ein Spiel mit Regeln) sind unbestritten und haben das Design seit den 1960er Jahren international nachhaltig geprägt. Wenig beachtet, aber nicht minder bedeutend ist seine Haltung als Designer und der daraus resultierende Anspruch der gesellschaftlichen Relevanz des Design. – Dieser Spur möchte der Vortrag aufnehmen.

 

09.02.2017 LITERARISCHER SPAZIERGANG - 19.00 UHR

Literarischer Spaziergang zum Thema «Spuren» entlang dem Wattbach vom Riethüsli zum Schlössli Haggen – ein Nachklang.

Die Idee unserer literarischen Spaziergänge ist, dass wir uns so – über die Bücher und/oder Texte – auch noch auf eine andere Art kennenlernen. Und vielleicht da und dort auch noch andere «Verwandtschaften» erkennen. Letzteres gelang auch an diesem Spaziergang. Zu den Texten erzählten die Teilnehmenden dieses Mal, welche «Spur» der ausgewählte Text in ihrem Leben hinterlassen hat bzw. was er mit «Spuren» zu tun hat.

Die Nacht ist kalt und knirschend. Von der Bushaltestelle Riethüsli aus machen wir uns auf den Weg Richtung Wattbach. Ein Weg, den die einen von uns das erste Mal gehen. Wir sind zu neunt (drei weitere Teilnehmende haben aufgrund von Krankheit abgesagt).

Der literarische Nachtspaziergang beginnt mit einer sanft leuchtenden Überraschung: In der Nähe eines Hauses auf Baumwipfelhöhe nahe dem Waldrand hängt ein halbrundes kuppelähnliches transparentes Gebilde, ähnlich einer Qualle. Wir bleiben stehen. Es wechselt langsam die Farbe: von einem hellen Gelb in ein Orange, dann in ein sattes Dunkelrot. Von da hinüber in ein Blau, das gespenstisch und unwirklich wirkt. Die nächste Verwandlung endet in einem esoterischen Violett … Wir gehen weiter. Der Waldweg beginnt.

Der Weg ist zum Teil mit Schnee bedeckt, harsch seine Qualität. Er chrosed unter den Schuhen. Als erster zeigt Fotograf Hanspeter Schiess, was er für uns hat: keinen Text, sondern ein kleines Video von unserem letztjährigen KLANG-Anlass im Atelier von Andy Guhl. Der literarische Spaziergang beginnt mit einer «Sehspur», einer «Lichtspur» aus der Vergangenheit.

Ein Stück weiter nimmt Sepp Knechtle Hanspeters «Sehspur» auf und liest aus Yves Bossart «Ohne Heute gäbe es morgen kein Gestern». eine philosophische Betrachtung zur Wahrnehmung. Und weiter geht's.

Silvia Droz liest als nächste, passend zur Dunkelheit und Kälte aus «Vor dem Frost» von Henning Mankell. Das Buch ist der zehnte Teil der 11teiligen Kurt-Wallander-Serie und als einziges aus der Perspektive von Wallanders Tochter Linda geschrieben, die ebenfalls Polizistin ist.

Urs Fritz nimmt die kriminalistische Spur auf und präsentiert einen Abschnitt aus «Jugend ohne Gott» von Ödön von Horvath. Wir lauschen bei Taschenlampenlicht den bedrückenden und beklemmenden Zeilen, die eine Spur bis in die heutige Zeit ziehen.

Spurwechsel gibt's mit Ernst Sturzeneggers Beitrag: Er liest aus «Die Städte sind zum Wohnen da». Der Autor Gody Suter veröffentlichte das Buch 1973. In einer kurzen Zusammenfassung wird Gody Suter als «Laie, jedoch sensibilisierter Beobachter mit wachem Bewusstsein beschrieben. Er schärft den Laien und Mitverantwortlichen den Blick für die traurige Tatsache, dass wir unsere Städte verlieren.»

Regula Haas nimmt mit «Mehr Meer» von Ilma Rakusa die Spur der Stadt auf und liest uns den Einstieg ins Buch vor. In diesem Buch geht die Autorin ihren Erinnerungen als kleines Mädchen nach, Tochter eines slowenischen Vater und einer ungarischen Mutter und erzählt von ihren Lebensstationen von einer slowakischen Kleinstadt über Budapest, Ljublijana, Triest nach Zürich und weiter nach Ost und West. Der gehörte Text machte Lust, sich sofort auf die Reise zu machen, die Spur aufzunehmen.

Ganz anderen Spuren in einem ganz anderen Gelände folgt der Protagonist in Desmond Bagleys Roman «Atemlos»: Gabriele Clara liest einen Abschnitt vor, der in der Wüste von Algerien spielt, im Atakor, nahe der Stadt Tamanrasset. Als sie endet, sagt Silvia Droz: «Ich habe alles, was du da vorgelesen hast, genau vor mir gesehen, denn ich war vor vielen Jahren genau dort!» Was für eine Überraschung, und was für ein Zufall, dass sich Lesespuren mit tatsächlichen Lebensspuren verbinden!

Langsam näherten wir uns dem Ende der Strecke und machten für die letzten Texte Halt an der «Ganggelibrugg». Passend zum schweizerdeutschen Namen der Brücke las uns Reto Siegl gekonnt aus Tim Krohns «Vrenelis Gärtli» vor. Ein Text gespickt mit vielen Glarner Ausdrücken. Wirklich köstlich vorgelesen von Reto.

Hanspeter Schiess griff nach seinem zweiten «Spurenelement», nämlich einem kurzen Gedicht von Larry Peters, das eingerahmt bei Hanspeter zuhause an der Wand hängt. Bei der letzten Zeile: «Und dann gibt es Leute die nur läuten.» erklangen die Kirchglocken: Es schlug 21 Uhr.

Der kleine Text schlug einen schönen Bogen zu Sepp Knechtles zweitem philosophischen Text aus Yves Bossarts Buch. Diesmal ging's um ein «Rotes Quadrat» und was denn nun Kunst sei.

Nach diesen vielfältigen «Lesespuren» gab's ein gemütliches Zusammensitzen im Restaurant «Schlössli Haggen».

LITERARISCHER SPAZIERGANG WATTBACH.pdf
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Literaturliste zum «Literarischen Spazie
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